Manchmal lässt es sich einfach nicht vermeiden, eine unverschlüsselte E-Mail (oder auch andere Nachricht) zu versenden oder zu erhalten. Für diesen Fall sollten Sie - angesichts der damit verbundenen Gefahren für Sie und Ihre Adressaten - in Zukunft besonders sensibel verfahren und folgende fünf Verhaltensregeln beherzigen:
 

Haben Sie wirklich keine Möglichkeit zu Verschlüsseln oder sprechen andere Gründe gerade dagegen (z.B. Müdigkeit, schlechte Laune o.ä.)? Wenn Sie nur keine Verschlüsselungssoftware fest installiert haben, dann nutzen Sie doch Tricks für Unterwegs. Andernfalls gelten die folgenden Regeln.

Das sollte Ihnen jedesmal bewusst sein! Verhalten Sie sich auch so: Versenden Sie unverschlüsselt nur Nachrichten, die Sie auch problemlos auf einer Postkarte gelesen haben wollten. Es versteht sich von selbst, dass damit persönliche Informationen über Sie selbst, aber auch Informationen über andere Personen tabu sind. "Personen" schließt dabei auch jene ein, die sich möglicherweise noch nicht artikulieren können (z.B. Ihre Kinder oder die Kinder Anderer), denn sie spüren die Folgen im schlimmsten Fall noch Jahrzehnte später.

Wenn Sie über vertrauliche, nicht postkartenfähige Sachverhalte kommunizieren möchten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie verschieben das Versenden der Nachricht auf später (wenn Sie verschlüsseln können) oder Sie bitten den Adressaten darum, ein "sichereres" Kommunikationsmedium zu wählen. Zu letzten gehört - im Vergleich zur (digitalen) Postkarte - innerhalb Deutschlands immer noch das Telefon.

Wenn Sie E-Mails im unverschlüsselten Postkartenformat gesendet oder erhalten haben, sind und bleiben diese Nachrichten zum Beispiel im "Gesendet"-Verzeichnis oder auch im virtuellen "Papierkorb" gespeichert. Über die Jahre sammelt sich dabei eine große Datenmenge an, für Angreifer (Polizei bei Konfiszierung der Hardware, Hacker und ihre Trojaner usw.) ein gefundenes Fressen. Sie sollten daher unverschlüsselt gesendete oder erhalten Nachrichten nach dem jeweiligen Vorgang entweder nachträglich verschlüsseln (z.B. in einem verschlüsselten Archiv-Container mittels TrueCrypt) oder aber sicher löschen.

Wenn Sie selbst eine unverschlüsselte Nachricht versenden, sollten Sie Ihre Adressaten für das Thema E-Mail-Sicherheit sensibilisieren. Ziel ist dabei nicht Belehrung, sondern praktische Umsetzung Ihrer Sicherheitsinteressen: Es liegt sowohl in Ihrem Interesse als auch im Interesse des Adressaten, dass unverschlüsselte Inhalte nicht unautorisiert veröffentlicht werden. Ergänzen Sie hierfür einfach Ihre E-Mail-Signatur, zum Beispiel mit folgendem Passus:

 

 

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Diese Nachricht ist unverschlüsselt. Ihre Inhalte sind daher nicht geschützt und können sowohl bei der Übertragung als auch in gespeichertem Zustand von unautorisierten Personen gelesen werden. Bitte berücksichtigen Sie zum Schutz von diesen und anderen sensiblen Daten die Verhaltensregeln im Umgang mit unverschlüsselten Nachrichten:
http://crypto.friedemann-vogel.de/index.php/unverschluesselt-kommunizieren

 

Neben diesen Verhaltensregeln speziell für unverschlüsselte Nachrichten sollten Sie natürlich auch die allgemeine Nettiquette für das Verfassen von E-Mails beherzigen.